Wissens-Schatztruhe
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2026-05-28
Flyer - Aromatherapie erklärt
Was ist Aromatherapie?
Aromatherapie nennt man die kontrollierte Anwendung ätherischer Öle zur Erhaltung oder Verbesserung der Gesundheit. Gerüche begleiten unser tägliches Leben vom Aufstehen bis zum Schlafengehen. Die einen empfinden wir als angenehm, erquickend, andere als widerlich.
Unser Geruchssinn wird durch ein soziales Tabu in der Wertung gegenüber den anderen Sinnen herabgesetzt. Gesicht und Gehör gelten als “edle Sinne”. Ihnen folgt in der Wertung der Geschmackssinn, der für die Schleckmäuler eine grosse Rolle spielt. Der Tastsinn mit seiner Beziehung zum Körperlichen und weniger sozialisierten Empfindungen ist schon etwas problematisch. Und ganz am Ende der Liste steht der Geruchssinn, der nur gewisse allgemeine gute oder schlechte Empfindungen vermittelt. Sein geringer Stellenwert äussert sich schon in der Tatsache, dass es uns schwerfällt über Gerüche genaue Angaben zu machen. Es fehlen uns oft die Worte um einen Geruch genau zu beschreiben, alles ist Ausdruck eines mehr oder weniger stark empfundenen Gefühls.
Wenn ein Mensch gesund ist, riecht er gut. Seine Körpersäfte und Ausdünstungen haben einen angenehmen Geruch. Ein kranker Mensch hingegen entwickelt schlechte Gerüche. Beispiel: Der bei der Gartenarbeit produzierte Schweiss riecht gut, Stress-Schweiss hingegen riecht schlecht ja sauer. Der Zusammenhang mit der seelischen Verfassung ist offensichtlich, was auch durch das lateinische Wort “humor” für “Körpersaft” belegt wird.
Die Harmonie zwischen Pflanzen und Menschenwelt äussert sich in der Tatsache, dass beide aufeinander angewiesen sind und sich ergänzen. Betrachten wir zum Beispiel die wichtigste Vitalfunktion, die Atmung. Menschen und Tiere atmen Sauerstoff ein und Kohlendioxyd aus. Die Pflanzen atmen Kohlendioxyd ein und scheiden Sauerstoff aus. Diese Tatsache hat für den Menschen weitreichende Folgen.
Geschichte der Aromatherapie und der ätherischen Öle
Die Aromatherapie ist vor Jahrtausenden praktiziert worden und dann in Vergessenheit geraten. Archäologen fanden ein mesopotamisches Destilliergerät, das zur Herstellung von ätherischen Ölen diente. Es wird auf ein Alter von 5000 Jahren geschätzt. Von den Ägyptern wissen wir, dass sie schon 4000 Jahre vor der Zeitwende ätherische Öle verwendeten. Die Babylonier gingen so weit und parfümierten den Mörtel mit welchem sie ihre Tempel bauten. Dazu gebrauchten sie Zedernholz, Myrte und Zypresse, alles Öle welche auch heute therapeutisch noch genutzt werden. Die Chinesen und Inder stellten zu ältesten Zeiten ihrer Geschichte ätherische Öle her, vor allem von Rosen und Kalmus. Griechen und Römer zehrten vom Wissen der Ägypter und deren Erfahrung mit Heilpflanzen nach Eroberung des ägyptischen Reiches. Im 2. Mose/Exodus 30/ 22-25 erhielt Mose vom Herrn die Anweisung:
“Besorge Dir kostbare Duftstoffe, 6 Kilo Myrrhe, 3 Kilo Zimt, 3 Kilo Kalmus, 6 Kilo Kassia, gewogen nach dem Gewicht des Heiligtums und dazu 5 Liter Olivenöl. Lass daraus das wohlriechende Salbenöl bereiten das für die Weihe von Personen und Gegenständen gebraucht wird.”
Diese Mischung war eine sehr starke antivirale und antibiotische Substanz. Zimt ist stark antiviral, antibakteriell und antifungizid, Myrrhe ist ein Antiseptikum und eines der besten Wundheilmittel, denn sie ist zellregenerierend und die heilenden Eigenschaften offener Wunden, Geschwüre und Frostbeulen waren legendär vor biblischen Zeiten. Am Ende des 10. Jahrhunderts entdeckte der bekannte arabische Arzt Avicenna (980 - 1037) die Dampf-Destillation wie man sie heute gebraucht. Durch die Kreuzzüge kam das Wissen von den duftenden Wässern und aromatischen Essenzen nach Europa. Handschuhfabrikanten gebrauchten Essenzen um ihre Produkte zu beduften. Es wird gesagt, dass sie zusammen mit den Parfümeuren deshalb zu den wenigen gehörten welche die Pest überlebten.
Die wissenschaftliche Studie über die therapeutischen Eigenschaften ätherischer Öle begann mit dem französischen Chemiker und Parfümeur René-Maurice Gattefossé um 1920. Bei der Herstellung einer Essenz verbrannte er eines Tages seinen Arm. Voller Schmerz tauchte er ihn in die nächstgelegene Flüssigkeit, welche wie sich herausstellte ein Fass voll Lavendelöl war. Zu seinem Erstaunen liess der Schmerz rasch nach und anstelle der üblichen Verbrennungserscheinungen mit Rötung, Hitze, Schwellung und Blasen, heilte die Wunde rasch und hinterliess keine Narbe. Von diesem Moment an widmete Gattefossé den Rest seines Lebens der Erforschung der heilenden Eigenschaften ätherischer Öle. Er formte den Ausdruck Aromatherapie. (Sein gleichnamiges Buch erschien 1939.)
Quelle: www.florentia.ch
Admin - 11:04:16 @